Petition gestartet: Corona nicht zum Anlass für Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr nehmen!

Veröffentlicht am 16.08.2020 in Pressemitteilungen

„Sowohl im Kreistag als auch in den Gemeinderäten wird derzeit die Corona-Krise zum Anlass genommen, am Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs den Rotstift anzusetzen. Meist von denjenigen, die diesem aus ideologischen Gründen sowieso schon immer skeptisch gegenüber stehen“, ärgert sich der Renninger Stadt- und Kreisrat und SPD-Landtagskandidat Jan Hambach. Konkret nennt er zwei Beispiele: Die eigentlich geplante Ausweitung des Angebots im Nahverkehrsplan, die vor allem den S-Bahn-Zubringer-Verkehr verbessert hätte, soll um drei Jahre nach hinten geschoben werden. „Es ist aber auch erstaunlich, dass die Freien Wähler in Leonberg den ÖPNV-Ausbau grundsätzlich in Frage stellen“, wundert sich Hambach.

„Natürlich ist eine gewisse Zurückhaltung in Anbetracht der zurückgehenden Steuereinnahmen verständlich. Wenn wir aber den Rotstfift wirklich bei unseren Zukunftsthemen ansetzen, kommt uns das zukünftig teuer zu stehen. Der Klimawandel wartet nicht und unsere Städte und Straßen haben eine Entlastung dringend nötig. Gerade der Landkreis ist normalerweise Vorreiter in Sachen ÖPNV. Ich hoffe, dass wir diesen Pfad aufgrund von Corona jetzt nicht verlassen“, so Hambach. 

Aktuell ist der Nahverkehrsplan des Landkreises, in dem alle aktuellen und zukünftigen Angebote im öffentlichen Nahverkehrs aufgeführt werden, im Anhörungsverfahren (https://www.lrabb.de/start/Service+_+Verwaltung/Nahverkehrsplan+_+Linienbuendelungskonzept.html). „Noch ist es also nicht zu spät. Für einen Kompromiss sind, glaube ich, alle bereit.  Jetzt aber drei Jahre fast vollständig auf neue Fahrgäste und attraktivere Angebote zu verzichten, ist zukunftsvergessen“, erklärt Hambach. Natürlich seien die Fahrgastzahlen in der Corona-Krise eingebrochen, zwischenzeitlich aber wieder deutlich angestiegen, meint Hambach und ergänzt: „Sobald wieder Großevents stattfinden können, kommen wir vermutlich schnell an die Fahrgastzahlen vor Corona ran. Ich finde es schwierig, dann drei Jahre kaum etwas zu verbessern, obwohl wir wissen, dass unser ÖPNV-System auf vielen Strecken an den Kapazitätsgrenzen ist. Überfüllte Bahnen sind nicht gerade ein Aushängeschild.“

Hambach will deshalb mehr öffentlichen Druck aufbauen und hat eine Petition gestartet. Darin geht es um den Nahverkehrsplan und damit die Verbesserung der S-Bahn-Zubringer, den Ausbau des Busverkehrs in Leonberg, die zügige Umsetzung des 15-Minuten-Taktes auf der S60, aber auch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Allgemeinen.

"Ideen hierzu finden sich unter anderem in der Potenzialstudie (https://service.lrabb.de/bi/vo0050.php?__kvonr=6212 die der Landkreis erfreulicherweise in Auftrag gegeben hat. Dort geht es beispielsweise um die Verlängerung der S1 von Herrenberg über Jettingen nach Nagold oder um eine Stadtbahn nach Leonberg", so Hambach abschließend.

Die Petition kann hier unterstützt werden. Gerne weitergeben!