Düstere Aussichten für Junge

Veröffentlicht am 24.11.2007 in Bundespolitik

Düstere Aussichten für Junge
Studie: Im Osten sinkt die durchschnittliche Zahlung an Ruheständler

Ostdeutsche zwischen 46 und 50 Jahren müssen sich darauf einstellen, dass sie beim Renteneintritt deutlich weniger Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten als diejenigen, die bereits heute in Rente gegangen sind. Das ist das Ergebnis der Studie "Altersvorsorge in Deutschland", die gestern vorgestellt wurde. Untersucht wurden dabei im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung und des Bundessozialministeriums die Jahrgänge 1942 bis 1961.

Demnach müssen Frauen in den neuen Ländern durchschnittlich mit um 15 Prozent niedrigeren Renten als noch heute rechnen, Männer erwarten sogar Einbußen von 15 Prozent. Den Grund dafür sieht Rentenversicherungs-Präsident Herbert Rische vor allem darin, dass "Beschäftigungszeiten in der ehemaligen DDR mit den charakteristischen durchgängigen Versicherungszeiten" kaum noch eine Rolle spielen. Zudem nähmen "Zeiten der Selbstständigkeit sowie der Arbeitslosigkeit" zu. Rische warnte, dass vor allem Langzeitarbeitslose "verhältnismäßig mickrig" abgesichert seien. Wer ein Jahr lang Arbeitslosengeld II beziehe, erhalte dafür einen Rentenanspruch von nur zwei Euro im Monat.

Im Westen ist die Gesamtlage deutlich günstiger: Die Männer bleiben etwa auf dem selben Niveau wie heute, die Frauen können sogar auf ein Plus von acht Prozent hoffen, da sie öfter als früher arbeiten und so eigene Rentenanwartschaften haben.

Allerdings könnte die Entwicklung nach Angaben der Rentenversicherung auch viel positiver verlaufen. Für die Schätzung haben die Experten nämlich die Entwicklung des Arbeitsmarkts aus den 1990er Jahren fortgeschrieben – und inzwischen ist die Erwerbslosigkeit deutlich zurückgegangen. Würde dieser positive Trend anhalten, so könnte das Minus im Osten sehr viel niedriger ausfallen als im sogenannten "Basisszenario", im Westen könnte sogar kräftiges Plus entstehen.

Dazu kommt: Immer mehr Deutsche haben der Untersuchung zufolge eine betriebliche Altersvorsorge (29 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen) und sorgen auch privat vor (63 Prozent und 53 Prozent). Durch diesen Trend entwickelt sich der Untersuchung zufolge das gesamte Nettoeinkommen im Rentenalter deutlich besser als die Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse. Vor allem im Osten könnten "die Einbußen durch eine Zunahme anderer Anwartschaften weitgehend kompensiert" werden, sagte Rische gestern.

Männer der Jahrgänge 1957 bis 1961 werden demnach monatlich 1052 Euro im Geldbeutel haben, statt 1073 Euro bei den Jahrgängen 1942 bis 1946 (minus zwei Prozent). Die Frauen kommen dagegen mit einer Steigerung von 898 auf 911 Euro auf ein kleines Plus von einem Prozent. Zum Vergleich: Das Nettoeinkommen der Männer wird im Westen von 1700 auf 1596 Euro sinken (minus sechs Prozent), das der Frauen von 788 auf 850 Euro steigen (plus acht Prozent). Nicht berücksichtigt ist dabei die Inflationsrate: 1000 Euro in 15 Jahren werden weniger Kaufkraft haben als 1000 Euro heute.

Die vollständige Rentenstudie ist im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung-bund.de nachzulesen.

Rasche Angleichung

Der Bundesverband der Volkssolidarität hat angesichts der unterschiedlichen Entwicklung der erwarteten Rentenzahlungen in West und Ost eine rasche Angleichung verlangt. Es müsse dazu nun endlich "ein nachvollziehbarer Stufenplan" vorgelegt werden, forderte Verbandspräsident Gunnar Winkler. Nur so könne noch "Altersarmut im größeren Umfang" vermieden werden. Zudem müsse die Rentenformel so verändert werden, dass sinkende Rentenzahlungen bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten verhindert werden, forderte der Sozialverband. ast

 

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